Verlag 28 Eichen


Cover: Olaf R. Spittel (2008) unter Verwendung
des Gemäldes von Théodore Géricault
„Le Chasseur de la Garde“ (1812, Ausschnitt,
Paris, Musée du Louvre)

 

Sir Arthur Conan Doyle: Die Abenteuer des Brigadier Gérard.
Band 1
Erzählungen.
Originaltitel: The Exploits of Brigadier Gérard (1896) / Adventures of Gerard (1903) /
The Marriage of the Brigadier (1910)
Übersetzung aus dem Englischen von Luise Schroeter, Rudolf Lautenbach, Reinhard Hillich und Jürgen Meyer (2007)
Sir Arthur Conan Doyle: Ausgewählte Werke, Band 9
Herausgegeben von Olaf R. Spittel
Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2008. 210 S. 15,50 €.
Format 12 x 19. 242 g. Softcover
ISBN: 978-3-940597-03-8

 

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Erhältlich in jedem guten Buchladen und im Internet.


Auch als eBook.
ISBN: 978-3-96027-059-1
10,99 
 

Ihr wißt sicher noch nicht, mes amis, unter welchen Umständen ich zu den Conflanser Husaren kam, zur Zeit der Belagerung von Saragossa, und kennt nicht die denkwürdige Tat, die ich in Verbindung mit der Einnahme dieser Stadt vollbrachte? Nein? Das müssen Sie hören. Ich will’s Ihnen genau der Wahrheit entsprechend erzählen. Außer zwei oder drei Männern und einem oder zwei Dutzend Frauen sind Sie, Messieurs, die allerersten, welche diese Geschichte von mir erfahren.

Sir Arthur Conan Doyle
1859 – 1930

Inhalt

Vorwort

Preface to the Author’s Edition

Wie der Brigadier das Ohr verlor

How the Brigadier Lost His Ear

Wie der Brigadier Saragossa eroberte

How the Brigadier Captured Saragossa

Wie der Brigadier an einer Fuchsjagd teilnahm

How the Brigadier Slew the Fox

Wie der Brigadier eine Armee rettete

How the Brigadier Saved an Army

Wie der Brigadier die "Brüder" erschlug

How the Brigadier Slew the Brothers of Ajaccio

Wie der Brigadier der König hatte

How the Brigadier Held the King

Wie der König den Brigadier hatte

How the King Held the Brigadier

Wie der Brigadier gegen Millefleurs zog

How the Brigadier Took the Field Against the Marshal Millefleurs

Die Hochzeit des Brigadiers

The Marriage of the Brigadier

 

Quellen und Übersetzer

Erstveröffentlichung der einzelnen Erzählungen: Dezember 1894 bis Dezember 1895, Januar 1900, August 1902 bis Mai 1903 und September 1910 in The Strand Magazine.

Erste Buchausgaben: The Exploits of Brigadier Gerard. George Newnes Ltd, London 1896 und: Adventures of Gerard, George Newnes Ltd, London 1903.

Deutsche Erstausgabe in 2 Bänden (in veränderter Zusammensetzung): Conan Doyle, Die Abenteuer des Brigadiers Gerard. Lutz, Stuttgart. Band 1: 1909, Band 2: 1911.

Die vorliegende zweibändige Ausgabe folgt der Neuordnung der Erzählungen der deutschen Erstausgabe, vermehrt durch die Erzählung The Marriage of the Brigadier (Erstveröffentlichung 1910), die hier erstmals in deutscher Übersetzung erscheint.

Die Erzählung „Das Verbrechen des Brigadiers“ (How the Brigadier Slew the Fox, 1899) wurde neu übersetzt von Reinhard Hillich.

Die Erzählung „Die Hochzeit des Brigadiers “ (The Marriage of the Brigadier, 1910) wurde übersetzt von Jürgen Meyer.

Alle weiteren Erzählungen wurden übersetzt von Luise Schroeter und Rudolf Lautenbach. Diese Übersetzungen wurden durch den Herausgeber leicht bearbeitet.

  

 
 
Rezensionen:

Der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle (1859 – 1930) ist den meisten Lesern wohl fast nur noch durch seine Sherlock Holmes – Geschichten bekannt.
Den einen oder anderen fällt vielleicht auch noch Professor Challenger mit seinen Abenteuern in der „Vergessenen Welt“, „THE LOST WORLD“, ein. Das war es aber auch schon.
Doch Sir Arthur Conan Doyle hat in seiner Schaffenszeit als Schriftsteller viel mehr Werke als diese verfasst, die leider mit der Zeit in Vergessenheit geraten sind.

Zwischen 1894 und 1903 wurden u. a.  etwa zwei Dutzend Kurzgeschichten  um die Abenteuer des  BRIGADIER GERARD erfolgreich im „THE STRAND MAGAZINE“ veröffentlicht, die 1896 und 1903 auch in Buchform erschienen.
Das interessante an diesen historischen Kurzgeschichten ist zum einen, dass der Held kein Engländer, sondern ein französischer Offizier zur Zeit der napoleonischen Kriege ist,  zum anderen der witzige, fast zeitlose Schreistil, in dem dessen Abenteuer verfasst worden sind.

 

 

 

Herr Dr. Olaf Spittel hat in seinem Verlag 28 Eichen mit diesen beiden Büchern um „DIE ABENTEUER DES BRIGADIER GERARD“ zwei kleine Schätze von Sir Arthur Conany Doyle veröffentlicht, die damit nun auch endlich den deutschen Lesern zugänglich gemacht worden sind.

Fazit: Spannende und witzige historische Kurzgeschichten, die durch ihren zeitlosen Schreibstil bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Nicht nur ein Muss für alte und neue Sir Arthur Conan Doyle – Fans, sondern auch für die Freunde historischer Abenteuer.

Ingo Löchel,  Dienstag, 20. Januar 2009

Husarengarn 21. September 2012

Ein Café in Paris. Ein alter Mann, seines Wissens ehemaliger Husar unter Napoleon, erzählt den Anwesenden seine Abenteuer.

Gérard, so sein Name, zeigt sich als ergebener Patriot mit unbestechlichem Gehorsam gegenüber seinem heißgeliebten Kaiser. Doch sei er nicht nur Soldat, nebenbei, so betont er, sei er auch sehr gebildet und bewandert in Kunst und Kultur, zudem ein großer Kenner und Liebhaber von Pferden und Frauen.

Doyle schuf eine charmante Figur, die vordergründig als eitel, selbstverliebt und hochstablerisch erscheinen mag. Aber wie Gérard scharfsinnig feststellt: er ist weit davon entfernt, von seinen Vorzügen eingenommen zu sein. Warum sollte es auch frevelhaft sein, die eigenen Vorzüge in dem Maße zu loben, wie es ein Dritter ebenso tun würde, sofern alles der Wahrheit entspricht.

Was Gérard jedoch nicht mitbekommt, ist, daß sich sein Autor manchesmal genötigt sieht, ihn kurz auszublenden und kommentatorisch einzugreifen, weil Gérards Eigenwahrnehmung im Kriegsgetümmel verständlicher Weise etwas leidet (in „Das Verbrechen des Brigadiers“; Band I). So gerät Gérard als Späher im englischen Bezirk zufällig mitten in eine Fuchsjagd der trotz Krieg sportbegeisterten Engländer. Hier ergreift ihn der Rausch, er vergißt den Krieg, verstößt gegen sämtliche (englische) Regeln, tötet den Fuchs, das empörte Schreien der Engländer hinter ihm deutet er als Freuden- und Anfeuerungsrufe, zu seinem Glück endet die Jagd an der Grenze des eigenen französischen Lagers. Don Quijote läßt grüßen.

Unser Held ist nicht nur tapfer, edelmütig und kämpferisch. In gleichem Maße tritt er hier und dort in Fettnäpfchen, wird ständig an der Nase herum- und hinters Licht geführt. Trotz allem bewältigt er spielerisch die allerheikelsten Situationen, in die er sich oft selbst gebracht hat. Er rettet sogar Napoleon das Leben und hätte ihm, da können wir sicher sein, auch die Weltherrschaft gesichert, wären da nicht „höhere Gewalten“ dazwischengekommen. Hier steht er Münchhausen in nichts nach.

Die Abenteuer des Brigadier Gérard – ein wundervolles Werk und eine spitzfindige Charakterstudie, agierend auf dem Schachbrett des kollektiven Kriegs- und Größenwahns, unter der Herrschaft eines etwas zu kurz geratenen und moppligen Kaisers. Unter der Flagge von Patriotismus, Personenkult und Länderklau war echtes Heldendasein noch möglich.

http://www.zauberspiegel-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=411&Itemid=18

Quelle: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2331&Itemid=190