Verlag 28 Eichen


Cover Die Familie des Pfarrers

Minna Canth: Ausgewählte Werke
Band 3: Die Familie des Pfarrers
Herausgegeben und übersetzt aus dem Finnischen von Nadine Erler
Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2008. Format 12 x 19, Softcover
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Minna Canth ist die wichtigste Autorin des finnischen Realismus und eine bedeutende Vorkämpferin für die Rechte der Frauen. Ihr Geburtstag ist als Tag der Gleichberechtigung ein finnischer Staatsfeiertag. In ihren u.a. von Henrik Ibsen beeinflußten Dramen vertritt sie radikale sozialkritische Ideen,. Ihre Stärke ist die realitätsnahe Diskussion weltanschaulicher Themen, wie das Verhältnis von Religion und Darwinismus, vor dem Hintergrund der Familie als Bühne moralischer Konflikte. Im ihrem 111. Todesjahr präsentiert der Verlag die wichtigsten Arbeiten dieser Autorin als lebendige Erzählerin und große moralische Instanz der finnischen Literatur, einige davon erstmals in deutscher Übersetzung.

Minna Canth, 1844 – 1897

 

Band

Titel

 

Originaltitel, Jahr

Umfang

g

ISBN

1

Anna Liisa

Drama

Anna Liisa, 1895

  80 S.

95

6,50

978-3-940597-10-6

2

Arme Leute

Roman

Köyhää kansaa, 1886

  84 S.

98

7,00

978-3-940597-11-3

3

Die Familie des Pfarrers

Drama

Papin perhe, 1891

  96 S.

113

8,00

978-3-940597-12-0

4

Die Frau des Arbeiters

Drama

Työmiehen vaimo, 1885

  84 S.

98

7,00

978-3-940597-13-7

5

Hanna

Roman

Hanna, 1886

160 S.

176

13,00

978-3-940597-14-4

6

Sylvi

Drama

Sylvi, 1893

  92 S.

107

8,00

978-3-940597-15-1

7

Unglückskinder

Drama

Kovan onnen lapsia, 1888

  84 S.

98

7,00

978-3-940597-16-8

8

Agnes

Roman

Agnes, 1911

  80 S.

95

6,50

978-3-940597-17-5

9

Verborgene Klippen

Roman

Salakari, 1887

104 S.

122

10,00

978-3-940597-65-6

10

Der Einruch

Drama

Murtovarkaus, 1883

  80 S.

98

7,00

978-3-940597-66-3

11

Die spiritistische Sitzung

Drama

Spiritistinen istunto, 1894

44 S.

60

5,00

978-3-940597-67-0

 

 

Rezension:

Ibsen-nah, doch optimistisch, 4. Januar 2016

Von 
Klaus-Peter Bungert
 

Minna Canth, in ihrer finnischen Heimat als Autorin und Vorkämpferin für die Rechte der Frauen gefeiert,, ist bei uns wenig bekannt. Eine Begegnung lohnt sich aber. In einer kleinen Reihe des Verlags 28 Eichen übersetzte und edierte Nadine Erler mehrere ihrer Werke.

Canth bezieht sich in ihrem vieraktigen Drama von 1891 auf die Gesellschaftsdramen des eine halbe Generation älteren Ibsen, schwächt dessen Pessimismus aber entschieden ab. Soviel sei verraten: diese Geschichte eines Zerwürfnisses zwischen einem Pfarrer, der die Säulen seiner Religion gefährdet sieht, und seinen andersdenkenden Kindern endet versöhnlich, geradezu wie der prophetische Entwurf eines den Faktor gegenseitiger Liebe nie mißachtenden Umgangs miteinander. Die Freiheit sei immer die Hauptsache, meint der aufrührerische Sohn. "Nicht doch, Jussi", relativiert die ältere Tochter und nimmt ihn bei der Hand, "die Hauptsache ist immer die Liebe."

Bedenkenswerte Einsichten einer frei denkenden Autorin, die ihr weibliches Mitgefühl dem Kampf um Meinungsfreiheit und uneingeschränkte Selbstbestimmung nicht zum Opfer bringt. Bemerkenswert auch die im Stück verarbeiteten Einsichten in Funktion und Spielräume der Presse. Der Text ist liebevoll übersetzt unter Berücksichtigung einiger anscheinend landestypischer Anredeformen.

 

Literaturverweise:

Minna Canth (deutsche Wikipedia) - Minna Canth (finnische Wikipedia) -  Minna Canth (finnische Seite)

Julia Käding: Die Frau des Arbeiters (Wiki der Landesberufsschule Malente)

Klaus Reichel: Sie gingen voran (Die Zeit, vom 8.3.2007)